|
Darts ist ein Geschicklichkeitsspiel, bei welchem mit drei Pfeilen
(Darts) auf eine Scheibe geworfen wird. Diese Scheibe (Dart-Board) ist farblich
und i.d.R. auch durch Drähte in Segmente unterschiedlicher Wertigkeit
unterteilt. Es gibt Felder mit einfacher, doppelter und dreifacher Wertigkeit.
Diese Sportart ist an keinerlei Beschränkungen hinsichtlich Alter,
Geschlecht, Körpergröße oder -gewicht gebunden. Vielmehr kommt es auf
Konzentration, Nervenstärke und Präzision an, die jeder durch entsprechendes
Training erreichen kann.
In erster Linie wird hier nicht gegen Gegner, sondern vielmehr gegen sich
selbst und das Dartboard gespielt. Dart wird aus Informationsmangel vielfach als
simple Freizeitbeschäftigung abgetan, doch wer sich damit einmal etwas
intensiver auseinandergesetzt hat, weiß wie viel Feinarbeit an sich selbst,
seiner Technik und seiner Ausrüstung erforderlich ist um den Sport auf einem höheren
als dem "Kneipen-Niveau" zu betreiben.
Hast Du schon mal probiert alle drei Darts ins Bull´s Eye zu werfen?
Wenn ja, dann weißt Du ja, dass es gar nicht so leicht ist, wie es für den
Beobachter zu sein scheint.
Geschichte des Dart-Sports
Schon die Steinzeitmenschen warfen
in gemütlichen Pubs auf Scheiben, wobei noch das gute alte Stone-Darts
bevorzugt wurde. Das 'Keulen' wurde aber oft zu wörtlich genommen. Die alten Römer
endeckten diesen Sport wieder neu. Allerdings war ihr Pilum etwas größer und
es gab oft schwere Verletzungen.
Auch auf den Spuren der ersten
Darter der Neuzeit kommt man leicht ins Fabulieren. Denn wo, wie und wann ihr
Spiel entstand, davon ist wenig Stichhaltiges überliefert. Gemeinsam ist fast
allen Theorien, dass sie um England kreisen, eine militärische Vorgeschichte
vermuten und ausgesprochen unterhaltsam sind. Kühne Spekulationen führen den
Dartforscher in die Keltenzeit des 1. Jahrhunderts über Boadicea, Königin der
Urbriten zu den Angelsachsen (Robin Hood). Königliche Schützen brachten den
Franzosen fürchterliche Niederlagen bei, zum Beispiel 1415 in der Schlacht bei
Azincourt. Angeblich fiel dieser Sieg der Engländer nur so gründlich aus, weil
sie vorher eifrig trainiert hatten - mit abgebrochenen Pfeilspitzen, die sie auf
Altersringe von Baumstämmen warfen.
Erst um die letzte Jahrhundertwende
verdichten sich handfeste Hinweise, die England zum Mutterland des Dart machen.
1896 ordnet der Zimmermann Brian Gamlin aus Bury in Lancester die Zahlen auf dem
Zielbrett in eben der Reihenfolge an, die bis heute gilt. 1901 erscheint in
"Stationer, Printer & Fancy Trades Register" eine Anzeige über
"Dart Boards". Eine Provinzzeitung aus Lancester vermeldet 1902 die
ersten Dart-Würfe mit 180 Punkten, also der Höchstzahl. 1906 ersetzt ein
Yorkshireman den hölzernen Dartkörper durch Metall. Bereits acht Jahre zuvor
ist (in den USA) der erste faltbare Papier-Flight patentiert worden, nachdem bis
dahin Truthahnfedern am Pfeilende den Flug stabilisiert hatten.
1908 wird es amtlich, daß Dart ein
Geschicklichkeitsspiel ist - für seine Verbreitung ein wichtiger Fortschritt.
Zu Danken ist er dem couragierten Gastwirt "Foot Anakin" aus Leeds.
Angeklagt, daß er in seinem Pub ein Glücksspiel mit kleinen Pfeilen und einer
Zielscheibe dulde, tritt er im Gerichtssaal die Offensive an. Ein Hauch von
Wilhelm Tell liegt in der Luft, als Foot - so genannt wegen seiner enormen Füße
- vor den Richtern ein Board aufhängt. Der Gastronom holt seine Geschosse
hervor und wirft sie tock .. tock .. tock, dreimal in die 20. Zur Steigerung der
Beweiskraft bittet er die Amtsträger, sie mögen es ihm gleichtun. Ein
Gerichtsdiener nimmt die Herausforderung an und trifft mit den zwei ersten
Pfeilen nicht einmal die Zielscheibe. Foot Anakin soll daraufhin sogar 3x die
double 20, das oberste kleine Punktefeld getroffen haben. Von soviel Können
beeindruckt, fällt der Magistrat das folgenreiche Urteil :
"This is no game of chance" -
"Dies ist kein Glücksspiel"
So kann Darts nun endgültig die
Pubs erobern. 1924 urteilte eine englische Dartsvereinigung: "It is cheap,
clean and skilful" - "Es ist billig, sauber und ein Spiel voller
Gewandheit". 1993 sagte ein Spieler aus Hessen : "Am schönsten finde
ich an Darts, daß es völlig egal ist, ob man groß oder klein, dick oder dünn,
Links- oder Rechtshänder ist". Dem wäre nur hinzuzufügen : "Es
spielt auch keine Rolle, ob ein Dartspieler jung oder alt, Groß- oder
Kleinverdiener ist". Und von welchem Sport kann man das sonst noch sagen?
Somit bleibt mir nur noch eines übrig, allen Dartsportlern und jenen die es
noch werden, ein besonderes GOOD DART zu wünschen.
Quelle
: DARTS von Franz Schiller
|